2012-05-01 21:36

Polizei verhaftete Chaoten auf der Bäckeranlage

Im Schutze zahlreicher Gaffer haben ein paar Dutzend Vermummte erfolglos versucht, in Zürich eine Nachdemo aufzubauen. Inzwischen hat die Polizei Verhaftungen vorgenommen.

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Am heutigen Tag der Arbeit wollten Chaoten erneut im Zürcher Kreis 4 eine Nachdemonstration anzetteln. Im Schutze der zahlreichen Gaffer und Festbesucher versuchten sie, sich zusammenzurotten. Doch das ist ihnen nicht gelungen. Zwar wurden kurz vor 17 Uhr vier Container in Brand gesteckt. Das Feuer konnte aber rasch gelöscht werden und die Polizei hatte die Lage immer unter Kontrolle.

Die Krawallanten haben sich danach auf die Bäckeranlage zurückgezogen, wo zahlreiche Menschen – darunter auch Kinder – ein friedliches 1. Mai-Fest unter freiem Himmel feierten. Vereinzelt wurden Verhaftungen vorgenommen. Wie viele Personen die Polizei festgenommen hat, war auf Anfrage nicht zu erfahren. Man werde im späteren Verlauf des Abends informieren, so ein Sprecher der Kantonspolizei.

Friedensbotschaft aus der Luft

Auch bei der Hohlstrasse kam es kurz nach 16 Uhr zu einem Zwischenfall. Einige Knallkörper wurden abgefeuert, woraufhin sich über 1000 Personen – mehrheitlich Gaffer – innert kürzester Zeit auf dem Strassenzug versammelten. Einige Vermummte warfen Steine und kippten Container um.

Aufsehenerregender als die Geschehnisse auf der Strasse war das Spektakel am Himmel. Im Moment, als die Krawallanten gegen die Polizei durchzubrechen versuchten, regnete es bunte Luftballons von den Terrassen der angrenzenden Häuser. Eine Aktion, die im Vorfeld des 1. Mai aufgegleist wurde und sich gegen die Gewalt am Tag der Arbeit richtete. Doch die bunten Friedenszeichen wurden sogleich von der Menschenansammlung auf der Strasse zertreten – was zu noch mehr Getöse in der Strasse führte.

Polizisten «bis aufs Blut gereizt»

Gleich nach dem Ende des diesjährigen offiziellen 1. Mai-Umzugs, der friedlich über die Bühne ging und kurz nach 14 Uhr endete, markierten Polizisten im Zürcher Kreis 4 Präsenz. Der Einsatz sei «mit sehr viel Übersicht und mit viel Augenmass» geführt worden, sagt Marco Cortesi, Chef Mediendienst der Stadtpolizei Zürich, gegenüber TeleZüri. Dies obschon die Polizisten von den anwesenden Schaulustigen zum Teil «bis aufs Blut gereizt wurden.»

Die Beamten rechneten damit, dass sich – wie in den vergangenen Jahren – rund um den Helvetiaplatz im Langstrassenquartier eine Nachdemonstration aufbauen könnte. Deshalb wurde bereits um die Mittagszeit davon abgeraten, sich dorthin zu begeben oder sich dort aufzuhalten. Man müsse sonst laut Cortesi damit rechnen, von der Polizei kontrolliert zu werden.

Illegale Aktionen im Keim ersticken

Der Stadtrat hat bereits im Vorfeld des diesjährigen 1. Mai angekündigt, dass allfällige Nachdemos und Ausschreitungen nicht toleriert werden. In einer Medienmitteilung wurde angekündigt, dass die Polizei «in den gefährdeten Quartieren» deutlich Präsenz markieren werde, «um illegale Aktionen nach Möglichkeit im Keim zu ersticken.»

Auch im vergangenen Jahr haben die Beamten am 1. Mai rigoros durchgegriffen und über 500 Personen festgenommen. Hinzu kam eine Fahndung nach Chaoten im Internet. Die Schäden blieben am letztjährigen Tag der Arbeit gering. Der Einsatz der Polizei kostete allerdings gemäss TeleZüri 1 Million Franken.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet

Bilder vom offiziellen Umzug

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Anzahl Festnahmen am 1. Mai