2019-06-11 16:00

Fry erhöht Eintrittspreis für den Aussichtsturm

Wer auf den Uetliberg-Turm beim Uto Kulm steigen will, musste bisher zwei Franken Eintritt zahlen. Doch das ist dem Hotelier nicht genug.

Wer höher hinauswill, muss mehr zahlen: Die Aussicht vom Turm auf dem Uetliberg.

Wer höher hinauswill, muss mehr zahlen: Die Aussicht vom Turm auf dem Uetliberg.

(Bild: TA)

Das Schild erstaunte die Besucher des Uetlibergs. Am Fusse des Aussichtsturms beim Hotel Uto Kulm stand zu lesen, dass die «Nutzungsgebühr» von bisher zwei auf fünf Franken erhöht wurde. Mit dem 2017 in Kraft getretenen Gestaltungsplan sei die Uto Kulm AG verpflichtet, die Aussichtsplattform an 365 Tagen im Jahr der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, wird auf dem Schild erklärt. Diese Auflagen hätten zu dieser Preiserhöhung geführt.

Der 70 Meter hohe Turm – die Aussichtsplattform befindet sich auf rund 30 Metern Höhe – befinde sich im Privatbesitz von Giusep Fry, Geschäftsführer des Hotels Uto Kulm, und werde auf eigene Kosten betrieben, sagt Uto-Kulm-Sprecher Benjamin Styger. Der Kanton verlange nicht nur, dass der Turm jederzeit zugänglich bleibe, sondern dass auch eine Toilettenanlage für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werde. «Dadurch entstehen uns Mehrkosten, und wir hoffen, diese mit der Erhöhung des Preises decken zu können.»

Beliebtes Ausflugsziel: Der Turm auf dem Uetliberg neben dem Hotel Uto Kulm (Bild: Martin Ruetschi / Keystone)

Zwei der fünf Franken für den Eintritt können als Konsumationsgutschein im Restaurant des Hotels eingelöst werden. «Wir überlegen uns zudem, für Kinder keinen Eintritt zu verlangen. Aber das ist logistisch momentan noch nicht machbar», sagt Styger. Dass sich jemand darüber ärgern könnte, für den Turmzutritt Geld zu zahlen, kann er allerdings nicht nachvollziehen: «Wer auf den Grossmünsterturm will, muss ebenfalls fünf Franken bezahlen. Dort beklagt sich niemand darüber.»

Pro Uetliberg übt Kritik

Margrith Gysel, Präsidentin des Vereins Pro Uetliberg, bezeichnet den Preisaufschlag gegenüber dem Lokalfernsehsender TeleZüri als Abzockerei. «Ich denke, dass der Schuss nach hinten losgehen wird und noch weniger Leute auf den Turm steigen wollen. Ich kenne Leute, denen die zwei Franken bereits zu viel waren.»

Es ist nicht der erste Aussichtsturm, der auf dem Zürcher Hausberg errichtet wurde. Vor dem heutigen Stahlwerkbau befand sich an dieser Stelle ein Turm, den der damalige Hotel-Besitzer, Dr. Emil Wuhrmann, 1894 nach Plänen eines Ingenieurs aus Freiburg im Breisgau erbauen liess. Der eiserne Aussichtsturm von damals war 30 Meter hoch und wurde im Stil des Pariser Eiffelturms gestaltet.

Die «flotte Eisenkonstruktion» von 1894: Der erste Aussichtsturm auf dem Uetliberg (Bild: Baugeschichtliches Archiv Stadt Zürich)