2019-06-12 10:26

Wie die SP ihr Frei/Wyssen-Problem löst

Auf der Nationalratsliste tauchen zwei neue Namen auf. Zudem müssen die SP-Delegierten nochmals antraben.

Laut SP-Statuten dürfen nur die Delegierten die Nationalratsliste verändern.

Laut SP-Statuten dürfen nur die Delegierten die Nationalratsliste verändern.

(Bild: Dominique Meienberg)

Die Parteiübertritte von Nationalrat Daniel Frei und Kantonsrätin Claudia Wyssen zur GLP halten die SP weiter auf Trab. Weil beide auf der kürzlich von den Delegierten abgesegneten Nationalratsliste figurieren, musste die Partei über die Bücher. Frei war von den Delegierten auf Rang 10 gesetzt worden, Wyssen hatte die Platznummer 29 erhalten. Wie aber sollte die SP weiter verfahren?

Nun ist es klar. Am 9. Juli wird im Zürcher Restaurant Falcone eine ausserordentliche Delegiertenversammlung stattfinden, wie SP-Generalsekretärin Andrea Sprecher auf Anfrage bestätigt. «Gemäss unseren Statuten sind die Delegierten zuständig für die Nomination der Nationalratsliste.» Die Delegierten werden also nochmals über die Liste abstimmen.

Strub und Lempert könnten profitieren

Zu Kämpfen um gute Listenplätze sollte es aber nicht mehr kommen. Die Personalkommission der Partei schlägt vor, dass alle Kandidierenden, die auf der alten Liste hinter Frei platziert waren, um einen Platz vorrücken. Und jene hinter Wyssen um zwei Plätze. So figuriert der Zürcher Gemeinderat Jean-Daniel Strub neu auf Platz 10, Juso-Vertreter Lewin Lempert auf Rang 11. Damit steigen die Chancen der beiden Männer auf eine Wahl. Zur Erinnerung: Die SP hatte 2015 neun Sitze erobert.

Die beiden freien Listenplätze 34 und 35 werden besetzt mit Esther Meier, Kantonsrätin aus dem Bezirk Meilen, und Ali Özcan, Stadtparlamentarier in Uster.

Eine Chropfleerete ist an der DV nicht geplant. Das Co-Präsidium wird eine Ansprache halten, die Delegierten die neue Liste voraussichtlich ohne Nebentöne absegnen. Die Partei nutzt die Versammlung aber für einen Themensschwerpunkt. So findet eine grosse Diskussion statt, Titel: «Klimakrise – nach 30 Jahren neoliberal verordnetem Stillstand auf netto Null in zehn Jahren.»

pu