2014-07-03 12:12

Störche reisen mit GPS

Zwei Vögel des Zürcher Zoos ziehen künftig mit GPS-Sendern gegen Süden. Die Forscher beobachten damit, wie die Störche auf die bevorstehende Schliessung ihrer Nahrungsquelle reagieren.

Bislang haben sie die Meerenge bei Gibraltar überquert, um in der westlichen Sahelzone zu überwintern: Schweizer Störche.

Bislang haben sie die Meerenge bei Gibraltar überquert, um in der westlichen Sahelzone zu überwintern: Schweizer Störche.

Die Flugrouten der beiden Zürcher Weissstörche Osuna und Orbieux können ab sofort im Internet verfolgt werden. Die GPS-Sender sollen Auskunft über das veränderte Zugverhalten von Störchen geben.

Während Osuna momentan noch auf ihrem Nest bleibt, macht Orbieux bereits erste Erkundungsflüge in der Nähe, wie der Zoo Zürich am Donnerstag mitteilte. Der Zoo ist Teil des Projekts «SOS Storch – Storchenzug im Wandel» der Gesellschaft Storch Schweiz.

Änderung im Zugverhalten

Bislang haben die Schweizer Störche meistens die Meerenge bei Gibraltar überquert, um dann in der westlichen Sahelzone in Afrika zu überwintern. Dieses typische Zugverhalten scheint sich aber zu ändern, wie es in der Mitteilung heisst.

Heute überwintern die meisten Störche im Süden Spaniens. Dort halten sie sich vor allem auf den grossen Müllkippen auf. Die Gründe für die Veränderung sind unklar. Möglicherweise ist die Klimaerwärmung verantwortlich, vielleicht spielen aber auch die Gene der wieder angesiedelten Störche eine Rolle, oder die Vögel sind einfach pragmatisch und nutzen das reichliche Nahrungsangebot.

Um offene Fragen zu klären, werden die Daten der individuellen Wanderrouten gesammelt und verglichen. Gespannt sind die Fachleute auch auf mögliche zukünftige Änderungen. Denn die offenen Müllkippen in Spanien sind ein hygienisches Problem und sollen deshalb geschlossen werden.

pia/sda