ABO+2018-06-16 07:42

220'000 Franken für ein Kirchenamt

In der zerstrittenen Kirche Fällanden steht nun Interimspräsident Uwe Müller-Gauss wegen seines Honorars am Pranger.

Keine Ruhe unter dem Kirchturm: Reformierte Kirche in Fällanden. Foto: Reto Oeschger

Keine Ruhe unter dem Kirchturm: Reformierte Kirche in Fällanden. Foto: Reto Oeschger

So viel Streitsucht wie in Fällanden hat Uwe Müller-Gauss noch selten gesehen, und er ist sich als Konfliktmanager einiges gewohnt: «Ich versuche hier, das Schiff über Wasser zu halten, und ständig werden neue Löcher in den Rumpf gerissen.» Müller-Gauss ist zwar gegenwärtig Präsident der Kirchenpflege, aber eigentlich nur der Sachwalter. Der rechtmässige Präsident Huldrych Thomann darf das Amt nicht führen, weil gegen ihn eine Administrativuntersuchung läuft. Insbesondere untersucht der kantonale Kirchenrat Thomanns Rolle in einem langjährigen Kirchenstreit in Fällanden. Ihm wird vorgeworfen, die Gemeinde mit seinem Führungsstil gespalten zu haben und mit umstrittenen Aktionen für Unfrieden zu sorgen. Aus diesem Grund hat der Kirchenrat im Frühling 2017 Uwe Müller-Gauss nach Fällanden geschickt, um dort wieder Ordnung zu schaffen.