2019-02-18 11:25

Veloförderung Ja, aber bitte nicht auf dem Trottoir

Wohin nur mit den Velostationen für die Publibikes? Linke und rechte Politiker haben keine Freude am heutigen System.

Sollen Fussgänger nicht behindern: Auf dem Trottoir herumstehende Publibikes.

Sollen Fussgänger nicht behindern: Auf dem Trottoir herumstehende Publibikes.

(Bild: Adrian Moser)

Es ist eine Entwicklung, die den linken Stadtpolitikern so gar nicht gefällt: Seit bald einem Jahr breiten sich in der Stadt die Stationen des Veloverleihsystems Züri-Velo aus. Das wäre an und für sich kein Problem für drei Gemeinderätinnen und Gemeinderäte von SP, AL und Grünen. So streichen sie in ihrem kürzlich eingereichten Vorstoss im Stadtparlament zuerst das Positive dieser «langersehnten» Neuerung heraus: «Das Veloverleihsystem macht das Velofahren für ein breites Publikum in der Stadt Zürich noch attraktiver.» Darauf folgt die Kritik: «Es geht nicht an, den Veloverkehr gegen den Fussverkehr auszuspielen und die Veloförderung auf Kosten des Fussverkehrs zu betreiben.»

Die Veloförderung solle den Auto- und Töffverkehr reduzieren, nicht aber für gefährliche Situationen für Fussgänger sorgen. Deshalb fordern die Lokalpolitiker in ihrem Postulat den Stadtrat auf, zu prüfen wie die Stationen des Veloverleihs zu erstellen sind, damit sie nicht zulasten der Sicherheit des Fussverkehrs fallen, also ohne Mischverkehrsflächen und ohne Zufahrt über das Trottoir.

Sicherheitsrisiko Velostation

Derzeit würden Velostationen auf dem Trottoir im Weg stehen und eine «Querungsgmöglichkeit verhindern», kritisieren die Gemeinderäte. Dies sei beispielsweise vor dem ETH-Hauptgebäude auf dem Weg zum Tram der Fall. Weiter seien die Stationen nur über das Trottoir zu erreichen. Damit zwinge man die Velofahrer, auf dem Trottoir zu fahren, das eigentlich den Fussgängern vorbehalten sein sollte. «Dies führt zu einer Gefährdung des Fussverkehrs und zu weiteren Konflikten zwischen dem Fuss- und Veloverkehr.» Die Stationen seien zudem auch für Blinde und Sehebehinderte eine Gefahr, da sie nicht mit besonderen Markierungen gekennzeichnet sind.

Und dann sind da noch die «überbreiten auf dem Trottoir abgestellten und über das Trottoir manövrierenden Lastwagen». Diese werden gebraucht, um die Velos gleichmässig auf die Stationen zu verteilen und die kaputten Fahrräder in die Werkstatt zu bringen. «Diese stellen ein weiteres Sicherheitsrisiko und Hindernis für den Fussverkehr dar», schreiben die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte.

Während die Linke sich um den Frieden zwischen Fussgängern und Velofahrern sorgt, treiben die Publibikes auch die Rechte um. Die SVP hat bereits im vergangenen November ein Postulat im Gemeinderat eingereicht. Ihre Forderung an den Stadtrat: keine neuen Stationen mehr auf bestehenden Parkplätzen – oder Abstellplätzen für Velos. Die SVP nahm sich dem Thema an, nachdem bekannt wurde, dass die Stadt einige Stationen auf Kosten von Blaue-Zonen-Parkplätzen installiert hatte, eine Entwicklung, die den Bürgerlichen wiederum nicht gefällt.

sip