Zum Hauptinhalt springen

Leitartikel zur Corona-PolitikDie Regierenden haben versagt

Bundesrat, Kantone und Gemeinden haben keinen Plan zum weiteren Umgang mit dem Virus. Wir brauchen einen neuen Krisenstab – und einen Föderalismus 2.0.

«Die grosse Welle vor Kanagawa» des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai.  Farbholzschnitt von 1830–1832  aus der Serie «36 Ansichten des Berges Fuji».
«Die grosse Welle vor Kanagawa» des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai. Farbholzschnitt von 1830–1832 aus der Serie «36 Ansichten des Berges Fuji».

Es ist kaum drei Wochen her, da konnten wir uns noch alle auf die Schultern klopfen. Wir Schweizer haben es geschafft, die grösste Gesundheitskrise seit dem Zweiten Weltkrieg mit entschlossenen Massnahmen der Regierung und bewundernswerter Disziplin der Bevölkerung hinter uns zu bringen. Selbstdisziplin und eine entschlossene Öffnung der Wirtschaft sollten dazu führen, dass die Folgen der Krise nicht allzu schlimm werden. Und es schien so, als ob alles aufgeht. Auch wenn sich wohl manch einer fragte, wie das denn zusammengeht: Erst schliesst man während dreier Monate die Alten in den Altersheimen de facto ein, schliesst die Schulen, legt die Wirtschaft praktisch lahm, um die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bekommen. Dann gilt plötzlich gar nichts mehr. Die Trams und Busse werden wieder voll, in den Stosszeiten kann man den Abstand von 1,5 Metern offensichtlich nicht mehr einhalten. Die Badis sind so überfüllt, dass aus 1,5 Metern eher 1,5 Zentimeter Abstand geworden sind.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.