2018-12-18 11:01

Was mit dem Begriff «Klimawandel» nicht stimmt

Das Klima ändert sich weder langsam, noch unaufhaltsam oder als Folge natürlicher Prozesse. Aber der Begriff «Klimawandel» suggeriert, dass es so ist.

An der Klimakonferenz in Katowice sprach die 15-Jährige Aktivistin Greta Thunberg über die Verantwortung der Mächtigen. Der Begriff «Klimawandel» verschleiert diese oft. (Video: Tamedia)

Wo Sprache ist, da ist auch Subtext. Vor allem dort, wo Sprache politisch wird. Zur Analyse dieser Subtexte hat sich in der Forschung in den vergangenen Jahren das Konzept des Framings etabliert. Framing meint einen Assoziations- und damit Deutungsrahmen für Begriffe: Wer zum Beispiel «Zitrone» hört, denkt vermutlich an «sauer» oder «gelb». Das lässt sich politisch instrumentalisieren. Frames definieren oft ein Problem – und liefern, wenigstens implizit, auch gleich die passende Lösung. Bei einem Begriff wie «Flüchtlingsstrom» sieht man vor dem geistigen Auge vermutlich grosse Menschenmassen heranrauschen – eine Naturgewalt und darin ein Bedrohungsszenario. Was die vermeintliche Lösung «Abschottung» nahelegt.