2019-07-11 11:50

«Wir werden noch einige Transfers tätigen»

Der FC Bayern München startete am Montag mit einem schmalen Kader in die Saisonvorbereitung und wartet auf einen «Dominostein».

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17 Feldspieler stehen momentan auf der Kaderliste der Bayern. Die fünf Abgänge (Hummels, Ribéry, Robben, Rodriguez, Rafinha) konnten durch die drei Zuzüge (Hernandez, Pavard, Arp) noch nicht kompensiert werden, und das obwohl die Münchner bereits 118 Millionen Euro investiert haben. Die Vereinsführung steht bereits 54 Tage vor Ende der Transferfrist in der Kritik. Das hat einen Grund: Im Februar klotzte Hoeness bei der Sendung «Doppelpass» öffentlich: «Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die neue Saison.»

Entsprechend gross war die Vorfreude auf den Transfersommer bei den Bayern-Fans. Mit den Weltmeistern Lucas Hernandez und Benjamin Pavard und dem 19-jährigen Jann-Fiete Arp konnten die Münchner die Erwartungen noch nicht erfüllen. Dies beunruhigt auch Manuel Neuers Berater Thomas Kroth, der sich gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» äusserte: «Der Münchner Kader ist aktuell noch nicht entsprechend – also konkurrenzfähig – aufgestellt, um auch die Ziele von Manuel ernsthaft anzugehen.»

Verhandlungen laufen harzig

Gescheitert sind die Bayern um Sportchef Hasan Salihamidzic bisher mit ihren Bemühungen, die Offensive zu verstärken: Callum Hudson-Odoi wird wohl beim FC Chelsea bleiben. Sein neuer Trainer Frank Lampard wolle ihn unbedingt halten, wie der Club über Twitter mitteilte. Auch die Verhandlungen mit Leroy Sané von Manchester City laufen eher harzig. Trainer Niko Kovac sagt dazu am Dienstag in München: «Bei Leroy weiss ich nicht, wie schnell das geht, wie schnell das nicht geht. Der Markt muss erst mal loslegen.» Falls es nicht klappt, wird wohl Barcelonas Ousmane Dembélé noch einmal zum Thema. Über ihn sagt Kovac: «Dembélé ist auch ein sehr guter Spieler.» Allerdings dürfte auch diese Verpflichtung alles andere als einfach werden. Barça-Präsident Bartomeu kündigte am Freitag einen Verbleib des ehemaligen Dortmund-Spielers an.

«Wir sind in Position und haben ausreichend Geduld»

Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge beunruhigt die Transfersituation seines Clubs jedoch keineswegs. Er sagte zum Trainingsstart am Montag: «Ich habe Verständnis dafür, dass Ungeduld herrscht. Aber ich bin in keinster Weise nervös. Wir werden am Ende des Tages eine Mannschaft haben, die sehr wettbewerbsfähig sein wird. Wir werden bis 2. September noch einige Transfers tätigen.» Noch habe es europaweit «keinen grossen Transfer gegeben. Es muss ein Dominostein fallen. Darauf warten alle», führte der Bayern-Boss weiter aus und fügte an: «Wir sind in Position und haben ausreichend Geduld.» Schon oft habe der FC Bayern mit Erfolg «sehr späte Transfers» wie die von Javi Martínez, Xabi Alonso oder Arjen Robben getätigt. Und ohnehin sei der Club in der Defensive schon jetzt «top aufgestellt».

Rummenigge vergisst dabei, dass in diesem Sommer Eden Hazard (100 Millionen Euro) und João Félix (126 Millionen Euro) mit ihren Ablösesummen in die Top Ten der teuersten Transfers der Geschichte eingedrungen sind.

kvo