2019-04-10 15:02

Frühlingserwachen

Ade triste Winterzeit! Es braucht keinen Riesenaufwand, um sich nach der kalten Jahreszeit wieder wohlzufühlen und fit für die Badi zu machen.

Fit für den neuen Tag: Am offenen Fenster ein paar tiefe Atemzüge wirken Wunder Foto: Getty Images

Fit für den neuen Tag: Am offenen Fenster ein paar tiefe Atemzüge wirken Wunder Foto: Getty Images

Wer in diesen Tagen seine Silvestervorsätze reaktivieren und mit einem fitten Körper und Ausstrahlung punkten will, braucht nicht lange nach Tipps zu suchen. Stromlinienförmige Influencerinnen demonstrieren auf Instagram, wie sie scheinbar mühelos ihren (gefilterten) Bikini-Body erreicht haben.

Unzählige Ratgeber scheinen das Geheimnis entdeckt zu haben, wie es möglich ist, wie Phönix aus der (Winter-) Asche aufzutauchen. Durch eine ideale Ernährung (je nach Geschmack Low Carb, High Carb, Vegan, Steinzeit, Mittelmeer, 16:8, Mindful Eating), ein straffes Detox-Programm oder sportliche Ertüchtigungen (Boxen, Pilates, Core-Training, HIT oder Marathon) und die richtige mentale Einstellung («Ich denke mich schlank») sind wahre Wunder möglich.

Und so ist die Motivation gross, in überteuerten Designer-Trainingsklamotten, mit der neuen Entsaftungs-maschine für die grünen Smoothies und dem Kühlschrank voller Protein-Drinks so richtig durchzustarten. Und in wenigen Monaten zu den «happy few« zu gehören, die in der Badi, am Hotelpool oder am Strand die Idealfigur präsentieren. Und sollte diese auch nur ein paar Wochen Wirklichkeit sein – das Hotelbuffet war einfach zu verführerisch – hat sich die Schinderei und das Hungern doch schon gelohnt. Oder etwa doch nicht?

Das Bedürfnis, sich nach der tristen Winterzeit wieder besser zu fühlen und etwas für sein innerliches und äusserliches Wohlbefinden zu machen, ist verständlich. Aber es braucht keinen riesigen Aufwand und unrealistische Ziele, um sich besser zu fühlen. Dass man sich im Frühling oft schlapp fühlt, hat seinen Grund: Der Winter leert im Gehirn die Speicher des Aktivitätshormons Serotonin. Zugleich zirkuliert das Schlafhormon Melatonin in höherer Konzentration im Blut. Dann hat der Körper seine Reserven verbraucht und nun Schwierigkeiten mit der Umstellung von der dunklen zur hellen Jahreszeit. Längeres Tageslicht im Frühling kurbelt die Serotonin-Produktion wieder an. Gleichzeitig ist die Melatonin-Konzentration aber auch tagsüber noch hoch. Dieses Hormonungleichgewicht bringt den Körper durcheinander.


Neun einfache Tipps zum Wohlfühlen

  • Raus an die frische Luft
    Die warme Sonne kurbelt die Bildung von Serotonin an, das bringt uns in Schwung. Es braucht keine stundenlangen Wanderungen, auch ein flotter Spaziergang – aber das möglichst regelmässig und bei jedem Wetter – ist ein echter Muntermacher und tut in jeder Beziehung gut.
  • Pollenallergien rechtzeitig behandeln
    Dieses Jahr ist für viele Allergiker eine Herausforderung. Durch die warmen Temperaturen und die langen Trockenheitsphasen hatten etwa Haselpollen früher als sonst Hochkonjunktur. Eine unbehandelte Pollenallergie kann zu einem allergischen Asthma führen. Darum Beschwerden unbedingt immer ärztlich abklären lassen.
  • Sanfter Start am Morgen
    Oft ist ein tiefer Blutdruck an unserem Schlappsein schuld. Wer zum Schlafen den Kopf und den Oberkörper etwas höher lagert, hat weniger Mühe beim Aufstehen. Stress am Morgen ist Gift und macht schlechte Laune. Darum nach dem Aufwachen ruhig mal eine Runde strecken und dehnen. Am offenen Fenster ein paar tiefe Atemzüge. Und dann ab ins Bad!
  • Unter die Dusche
    Und zwar nicht eine wohlig-warme. Denn nur Wechselduschen bringen den Kreislauf in Schwung. Warm anfangen, anschliessend kaltes Wasser erst über Füsse und Beine laufen lassen, dann über die Arme, immer von unten nach oben.
  • Trinken
    Auch wenn es langweilig tönt: Nichts hilft bei Müdigkeit mehr als flüssige Muntermacher. Stilles Wasser, ungezuckerte Kräutertees – mindestens einen bis zwei Liter täglich.
  • Kurzerholung
    Ein Powernap kann Wunder vollbringen. Allerdings sollte man sich nicht länger als 20 bis 30 Minuten hinlegen, sonst fällt man in einen Tiefschlaf, der keine erholende Wirkung hat, sondern einem das Gefühl gibt, noch schlapper zu sein als vor dem Schläfchen.
  • Erfrischung durch die Nase
    Ätherische Öle können die Stimmung innerhalb weniger Sekunden aufhellen. Eine belebende Wirkung hat die Kombination aus Bitterorange und Bergamotte. Geranie wirkt geistig belebend und erfrischend. Zitronengras stimuliert das Immunsystem.
  • Ernährung, aber bitte unkompliziert
    Wer zu natürlichen und saisongerechten Nahrungsmitteln – am besten aus biologischem Anbau – greift, ist auf der sicheren Seite. Im Frühling ist die Auswahl an Gesundem und Feinem riesig. Zwischendurch sollte aber immer noch Platz für persönliche Genüsse sein, egal ob es sich um ein Glas Wein oder um Pralinés handelt. Gegen die Frühlingsmüdigkeit hilft zudem scharfes Essen. Radieschen etwa sind ein traditionelles Naturheilmittel gegen Frühjahrsmüdigkeit. Im Frühling liefern sie sehr viel Eisen. Dieses Spurenelement ist wichtig für Blutbildung, Zell-atmung und die Produktion von Energie. Studien habe zudem gezeigt, dass Eiweiss die Ausschüttung von Orexin stimuliert. Ein Botenstoff, der belebend wirkt und die körperliche Aktivität steigert.
  • Ein Check bringt Klarheit
    Durch Erkältungen und Grippeinfektionen in den Wintermonaten ist unser Immunsystem oft geschwächt. Wer das Gefühl hat, unter einem Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen zu leiden, der sich durch übermässige Müdigkeit, Blässe, Haar-ausfall, Schwindel oder gedrückte Stimmung bemerkbar macht, sollte sich ärztlich durchchecken lassen.