ABO+2019-08-25 07:29

Lokführer fahren immer häufiger über Rot – mit gravierenden Folgen

Noch nie wurden so viele Rotlichter überfahren wie letztes Jahr. Dies verursacht Millionenschäden – und kostet im Extremfall Leben.

Der Interregio (l.) fuhr los, doch die Ampel stand auf Rot: Unglück in Rafz 2015. Foto: ZUM

Der Interregio (l.) fuhr los, doch die Ampel stand auf Rot: Unglück in Rafz 2015. Foto: ZUM

  • Lisa Aeschlimann

Es war noch dunkel, und wegen einer Kurve waren die Signale teils schlecht erkennbar. Der Lokführer lenkte die S-Bahn aus dem Bahnhof Rafz in Richtung Schaffhausen – obwohl sein Signal auf Rot war. Er hatte es übersehen und fuhr mit fast 60 Stundenkilometern durch. Trotz automatisch ausgelöster Zwangsbremsung kam der Zug erst zu spät zum Stehen und ragte ins Gleis des verspätet aus Bülach kommenden Interregios. Dieser prallte mit 110 Stundenkilometern in die Seite der S-Bahn. Sechs Personen wurden verletzt, zwei schwer, der Lokführer des Interregios schwebte nach dem Crash in Lebensgefahr.