ABO+2020-01-14 19:55

«Ferien auf den Malediven gelten als Lebensqualität»

Geht es um umweltschonendes Verhalten, mangelt es an Akzeptanz und Wissen. Warum das so ist, erklärt Sozialwissenschaftler Andreas Balthasar.

Influencer könnten die Energiewende populär machen, sagt Andreas Balthasar: Klimastreikende in Zürich. Foto: Urs Jaudas

Influencer könnten die Energiewende populär machen, sagt Andreas Balthasar: Klimastreikende in Zürich. Foto: Urs Jaudas

  • Stefan Häne und Martin Läubli

Problematische Wissenslücken bei der Energiestrategie 2050 stellt eine heute vorgestellte Nationalfonds-Studie bei der Bevölkerung und der Politik fest. Stimmte die Bevölkerung 2017 über die Energiewende ab, ohne richtig zu wissen, um was es ging?
Grundsätzlich wusste die Bevölkerung, dass es um den Ausstieg aus der Kernkraft und den Einstieg in ein umweltschonendes Energiesystem ging. Aber es mangelt am Wissen, wie man die Energiewende schafft. Nehmen wir zum Beispiel die Lenkungsabgabe. Vielen ist nicht bewusst, dass es sich dabei um eine Abgabe handelt, bei der alle jene Geld zurückerhalten, die Energie sparen. Die meisten gehen fälschlicherweise davon aus, es handle sich um eine Steuer, welche die Energie für alle verteuere. Weiter stellen wir in unseren Umfragen fest: 20 Prozent der Bevölkerung wissen nicht, dass es ein Klimaproblem gibt.

Andreas Balthasar vom Politikwissenschaftlichen Seminar der Universität Luzern ist Präsident der Leitungsgruppe des Nationalen Forschungsprogrammes NFP71 «Steuerung des Energieverbrauchs». Foto: PD
Andreas Balthasar vom Politikwissenschaftlichen Seminar der Universität Luzern ist Präsident der Leitungsgruppe des Nationalen Forschungsprogrammes NFP71 «Steuerung des Energieverbrauchs». Foto: PD