ABO+2019-04-15 11:22

«Die werfen uns nicht hinaus. Die haben unser Geld gerne»

Die Schützen wehren sich gegen die EU-Waffenrichtlinie – mit viel Wut im Bauch. Besuch am Fahrtschiessen in Mollis.

«Schützen, aufpassen! Anschlagen! Feuer!» So tönte es vielfach am Wochenende im Schiessstand in Mollis. Foto: Fabienne Andreoli

«Schützen, aufpassen! Anschlagen! Feuer!» So tönte es vielfach am Wochenende im Schiessstand in Mollis. Foto: Fabienne Andreoli

  • Janine Hosp

    Janine Hosp

Ein rüstiges Ehepaar, der gemütliche Senior, die Gruppe junger Leute: Alle, die hier den Strassenrand entlanglaufen, tragen Sturmgewehre über den Schultern – mit einer Selbstverständlichkeit, als wären es Yogamatten. Und aus nicht allzu weiter Ferne knallt es. Am Wochenende kamen Schützen und vereinzelt auch Schützinnen aus der ganzen Region nach Mollis im Glarnerland. Auf ihren Rücken steht «Schützenverein Weesen», «Militärschützen Rüti» oder «SV Schmerikon». Mit dem Historischen Fahrtschiessen Mollis gedenken sie der Schlacht von Näfels und ihrer Opfer. Gemäss Fahrtsbrief, der amtlichen Darstellung der Schlacht, haben im Jahr 1388 etwa 450 Glarner, verstärkt durch ein paar Schwyzer und Urner, eine Habsburger Übermacht besiegt. Wie gross sie war, darüber zirkulieren verschiedene Zahlen. Einmal ist sie 6500 Mann gross, im Fahrtsbrief wächst sie gar auf «fünfzechen tusend mannen zuo ross und zuo fuoss».