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Ein Fall, grösser als meine Fantasie

Unser Autor Res Strehle hat bereits in den Neunzigerjahren zur Crypto AG recherchiert. Was jetzt bekannt wird, ist viel mehr, als sich damals erahnen liess.

1970 kauften CIA und BND zusammen die Firma Crypto AG; die Chiffriergeräte aus der Produktion der folgenden Jahrzehnte waren manipuliert. Foto: undatierte Aufnahme, PD
1970 kauften CIA und BND zusammen die Firma Crypto AG; die Chiffriergeräte aus der Produktion der folgenden Jahrzehnte waren manipuliert. Foto: undatierte Aufnahme, PD

Warum gerade jetzt? Warum soll es ausgerechnet jetzt ein Skandal sein? Ahnte man nicht seit 40 Jahren, dass die Crypto AG manipulierte Chiffriergeräte verkaufte? Viele Kritiker der Cryptoleaks wiesen in den letzten Tagen auf diesen Widerspruch hin. Die Antwort darauf gibt am besten die CIA selber.

Niemand hat die früheren Enthüllungen über die Firma Crypto AG in der Schweiz so minutiös verfolgt wie der US-Geheimdienst. In den Cryptoleaks-­Dokumenten lässt sich nachlesen, wie der CIA in den 90er-Jahren bei jedem Verdacht auf den tatsächlichen Hintergrund der Firma bangte, ob die ­Legende nun auffliegen würde. Weit entfernt ­davon, allmächtiger Drahtzieher im Hintergrund, zu sein, ähnelte der Geheimdienst eher dem bangen Vater eines Wunderkindes, dessen Legende sich jederzeit als Bluff herausstellen konnte. In den Dokumenten lässt sich aber auch nachlesen, wie die CIA es schaffte, dass die Story nie zu einem internationalen Skandal wurde. Bis heute.

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