2014-07-02 12:43

Knox' Ex-Freund zieht entscheidende Aussage zurück

War Raffaele Sollecito in der Mordnacht von Perugia mit Amanda Knox zusammen? Ja, lautete bisher die Antwort. Nun ist er sich nicht mehr sicher, Knox' Alibi gerät ins Wanken.

Seine Aussage sorgt für eine Wende im Fall Amanda Knox: Raffaele Sollecito.

Seine Aussage sorgt für eine Wende im Fall Amanda Knox: Raffaele Sollecito.

(Bild: Keystone Riccardo De Luca)

Wende im Mord an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher: Raffaele Sollecito, der damalige Freund der Hauptverdächtigen Amanda Knox, sagt gemäss der «New York Times», dass er nicht mehr sicher sei, ob er in der Mordnacht mit Amanda Knox zusammen gewesen sei. Damit bringt er Amanda Knox in arge Bedrängnis. Ihr fehlt jetzt ein Alibi.

Sollecito hat seine Aussage gestern Dienstag geändert. An einer Pressekonferenz erklärten er und seine Anwältin die Strategie für das Berufungsverfahren für ein Urteil eines Florenzer Gerichtes, das eine Freiheitsstrafe von 28½ Jahren für Amanda Knox und von 25 Jahren für Sollecito beschlossen hatte. «In unserer Berufung haben wir ein ausführliches Kapitel über die Differenzen zwischen Amanda Knox und Raffaele Sollecito geschrieben», sagt eine Anwältin von Sollecito. «Die beiden sind nicht siamesische Zwillinge.»

Sollecito weiterhin von Knox' Unschuld überzeugt

Sollecito will seinen Strategiewechsel aber nicht als Anschuldigung gegen Knox verstanden wissen. Er sei weiterhin von Knox' Unschuld überzeugt, er wolle aber nicht mehr für sie einstehen.

Das Gericht in Florenz glaubte Amanda Knox nicht, dass sie an besagtem Abend mit Sollecito zusammen gewesen war. Dies vor allem, weil Knox in Untersuchungshaft zunächst zugab, sich im Haus des Opfers aufgehalten zu haben. Später zog Knox ihre Aussage zurück. Eine Beteiligung an der Bluttat bestritt sie, genauso wie Sollecito, von Anfang an.

Die Leiche Meredith Kerchers war am 1. November 2007 in einer Studentenwohnung in Perugia gefunden worden. Kercher wurde mit einem Messer erstochen und verblutete. Der Fall wird seit Jahren durch mehrere Instanzen geschleppt. Knox reiste nach einem Freispruch zurück in ihre Heimatstadt Seattle, wo sie sich seitdem aufhält.