ABO+2018-08-28 14:02

Sophie Hunger, die Zeitgenossin

Englisch, elektronisch, unberechenbar: Die Sängerin präsentiert auf ihrem sechsten Album «Molecules» ein neues Klangkonzept. Es kann sich hören lassen.

Das Leben hat Sophie Hunger viel Stoff zur poetischen und musikalischen Umsetzung geboten. Foto: Marikel Lahana

Das Leben hat Sophie Hunger viel Stoff zur poetischen und musikalischen Umsetzung geboten. Foto: Marikel Lahana

  • Ane Hebeisen

    Ane Hebeisen

Sophie Hunger ist in aufgeräumter Stimmung. Sie trägt einen Pullover, der mit allen erdenklichen Farben und Mustern um Aufmerksamkeit buhlt. Und lieber als über Liebe (verflossene) oder Musikpreise (eingeheimste) spricht sie über Modular-Synthesizer oder Molekularbiologie. Irgendwann kramt sie aus ihrer Handtasche ein Buch hervor, in welchem ein Forscher beweisen will, dass Jazz eine Metapher sei für die grundlegenden physikalischen Phänomene dieser Welt. Es scheint, als interessiere sich hier jemand gerade etwas mehr für die Theorie des Seins als für das schiere Leben. Dabei geht es auf ihrem staunenswerten neuen Album «Molecules» um beides. Um die Existenz und um die Dekonstruktion derselben.