2019-03-04 11:35

Kann ich den Mutterschaftsurlaub verlängern?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Mutterschaft.

Der Mutterschaftsurlaub kann aufgeschoben, aber nicht verlängert werden.

Der Mutterschaftsurlaub kann aufgeschoben, aber nicht verlängert werden.

(Bild: Jens Meyer/AP Photo)

Ich bin schwanger, in rund 10 Tagen werde ich ins Krankenhaus eingewiesen. Die Geburt meines Kindes wird eingeleitet, da man bei ihm einen schweren Herzfehler festgestellt hat. Nach der Geburt muss es operiert werden und etwa vier Wochen im Spital verbleiben. Habe ich in dem Fall das Recht, meinen Mutterschaftsurlaub entsprechend zu verlängern?

Verlängern können Sie den Urlaub nicht. Aber aufschieben können Sie ihn bis zu dem Moment, wenn Ihr Kind nach Hause kann. Voraussetzung ist, dass Ihr Kind mindestens drei Wochen im Spital verbleiben muss.

In der Zeit zwischen Geburt und Beginn des aufgeschobenen Urlaubs bekommen Sie keine Mutterschaftsentschädigung. Trotzdem gehen Sie nicht leer aus: Sie haben Anspruch auf Lohnfortzahlung, da Sie unverschuldet an der Arbeit verhindert sind. Denn in den Wochen nach der Geburt dürfen Sie nicht arbeiten; zudem werden Sie, solange Ihr Kind im Spital ist, die meiste Zeit dort sein. Diese Präsenz ist zentral für die Genesung des Neugeborenen, zudem gehört die Pflege kranker Kleinkinder zu den gesetzlichen Pflichten von Eltern.

Falls Ihr Arbeitgeber selber für die Lohnfortzahlung aufkommt, ist sie zeitlich beschränkt. Die Dauer hängt von Ihren Dienstjahren ab und davon, ob Sie seit Anfang dieses Jahres bereits länger krankgeschrieben waren. Allenfalls kommt eine Taggeldversicherung für den Lohnersatz auf, sofern der Arbeitgeber eine hat, welche dieses Risiko abdeckt.

In absehbarer Zeit werden Fälle wie Ihrer anders geregelt. So sollen Mütter künftig länger Mutterschaftsentschädigung beziehen können, wenn ihr Neugeborenes nach der Geburt im Spital bleiben muss. Diesen Grundsatzentscheid hat das Parlament bereits gefällt; inzwischen liegt auch ein Gesetzesentwurf dazu vor. Demnach soll die Mutterschaftsentschädigung bis zu acht Wochen länger bezahlt werden. Der Entwurf muss noch vom Parlament beraten und verabschiedet werden.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch