2016-09-13 14:18

Bickel weg – kommt jetzt Knäbel?

Sportchef Fredy Bickel und CEO Alain Kappeler verlassen die Young Boys. Der Nachfolger steht offenbar bereits fest.
Gibt seinen Posten ab: Fredy Bickel, hier bei einer Medienkonferenz in Bern. (19. Juli 2016)

Gibt seinen Posten ab: Fredy Bickel, hier bei einer Medienkonferenz in Bern. (19. Juli 2016)

Knall bei den Berner Young Boys: Sportchef Fredy Bickel und CEO Alain Kappeler verlassen den Verein per sofort. In einem Communiqué begründet die YB-Leitung die personellen Massnahmen mit einer wirtschaftlich bedingten Neuausrichtung. Der Verein schreibt: «Die Bereiche Sport und Kommerz werden zusammengelegt. Diese Restrukturierung erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen und hat personelle Wechsel zur Folge.» Neuer CEO wird Wanja Greuel, der bisher das Marketing und den Verkauf geleitet hat. Wer den 51-jährigen Bickel ablöst, soll erst später kommuniziert werden, ist aber offenbar bereits festgelegt. Ein ernsthafter Kandidat ist Peter Knäbel. Nach seiner Vertragsauflösung mit dem HSV ist der ehemalige Technische Direktor des schweizerischen Fussballverbandes wieder verfügbar. Für Knäbel spricht zudem, dass er ein profunder Kenner des Schweizer Fussballs ist. Knäbel wohnt in Solothurn und ist derzeit in den Schweizer Stadien unterwegs. Zuletzt am Montag beim Spiel zwischen Winterthur und Wil.

Bickel gilt als feiner Mensch, als Manager auch mit Gespür für Spieler und Trainer. Fast nie ist er ein Mann der lauten Worte. Wieso er bei YB gehen wollte – oder vermutlich eher: gehen musste? Im vergangenen März ist Urs Siegenthaler bei YB Verwaltungsrat und Berater mit Fussballkompetenz geworden. Club und Stadion gehören den sportbegeisterten, aber nicht fussballaffinen Brüdern Andy und Hansueli Rihs.

Der 68-jährige Basler Siegenthaler arbeitet als Berater und Scout auch für Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft. Dass Bickel kurz nach Siegenthalers Ankunft geht, ist kaum Zufall. Und ein weiterer Bruch in seiner Karriere.

Bei den Grasshoppers hatte er sich 1999 gegen seinen früheren Förderer Erich Vogel aufgelehnt und musste deshalb gehen. Mit Bickel als CEO schaffte YB 2001 den Wiederaufstieg in die oberste Schweizer Liga, Ende 2002 aber musste er Bern nach einer Schlammschlacht um angebliche finanzielle Verfehlungen verlassen.

Seine beste Zeit hatte Bickel beim FCZ, wo er 2003 Sportchef wurde, mit Trainer Lucien Favre zweimal und mit Bernard Challandes einmal Meister wurde. Doch auch in diesem Club endete seine Zeit Ende 2012 abrupt und nach einem Machtkampf mit dem Verwaltungsrat. Bickel sprang ab und wechselte zu YB, wo er sein Versprechen, «spätestens 2016» einen Titel gewonnen zu haben, nicht einhalten konnte.

TA