2012-09-05 17:18

170 Millionen für drei Bauprojekte und eine Nachtpension

Ein Schulhaus, eine neue und die Renovation einer alten Wohnsiedlung sowie eine Schlafstelle für ältere Obdachlose: In der Stadtratssitzung von heute Mittwoch ging es um sehr viel Geld.

  • loading indicator

In seiner Sitzung von heute Mittwoch verhandelte der Zürcher Stadtrat über eine Summe von 170 Millionen Franken. Im Zentrum der Sitzung stand die Finanzierung von vier Projekten: Für die Erstellung der Schulanlage Blumenfeld in Zürich-Affoltern beantragt der Stadtrat beim Gemeinderat 90 Millionen Franken. Darin enthalten sind Landkosten von 11,87 Millionen Franken.

In Zürich-Affoltern hat die Zahl der Kinder im Schul- und Vorschulalter in den letzten sechs Jahren um 350 auf 2100 zugenommen. Bis 2014 wird eine weitere Zunahme um 300 Kinder erwartet. Der Bedarf an Schulraum steigt somit.

Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten. Die Volksabstimmung ist für das erste Halbjahr 2013 vorgesehen. Bei einem Ja zur Vorlage könnten die Bauarbeiten bereits im Sommer 2013 beginnen. Die Fertigstellung wäre bis Frühjahr 2016 möglich. Dies teilte der Stadtrat am Mittwoch mit.

Knapp 65 Millionen Franken für Kronenwiese-Überbauung

Damit auf der Kronenwiese in Zürich-Unterstrass eine neue städtische Wohnsiedlung entstehen kann, beantragt der Stadtrat beim Gemeinderat zudem einen weiteren Objektkredit von 64,8 Millionen Franken.

Entstehen sollen auf dem 7000 Quadratmeter grossen Kronenwiese-Areal nicht nur Wohnungen: Geplant sind auch ein Doppelkindergarten, ein Hort, eine Kindertagesstätte sowie Gewerbe- und Lagerräume.

Von den 99 Wohnungen wird rund ein Drittel subventioniert, der Rest soll kostendeckend vermietet werden. Eine rund 100 Quadratmeter grosse 4,5-Zimmer- Wohnung dürfte 2150 Franken netto pro Monat kosten. Der Baustart ist für Sommer 2014 vorgesehen. Auch hierzu haben die Stimmberechtigten das letzte Wort.

Nachtpension soll definitiv eingeführt werden

Der Stadtrat hat sich ausserdem für die Weiterführung der Nachtpension ausgesprochen. Diese richtet sich an ältere, sozial nicht integrierte und obdachlose Personen, die ihren Wohnsitz in der Stadt Zürich haben und über längere Zeit regelmässig in der Notschlafstelle übernachtet haben.

Um die Notschlafstelle zu entlasten, wurde am 2011 die Nachtpension eröffnet und seither als Pilotbetrieb geführt. Insgesamt wurden in den ersten 16 Monaten des 48 Personen beherbergt. Weil der Betrieb sein Ziel erfüllt habe, fordert der Stadtrat vom Gemeiderat die Fortführung der Nachtpension. Deshalb sollen für das Jahr 2013 497'000 Franken bewilligt werden.

Kehlhof-Mieter erhalten eine Ersatzwohnung

Bewilligt hat der Stadtrat 14 Millionen Franken für die Sanierung der Wohnsiedlung Kehlhof. Die Renovationsarbeiten der über 60 Wohnungen bei der Schmiede Wiedikon sollen bereits im März 2013 beginnen.

Diejenigen Einwohner mit einem unbefristenden Mietvertratg werden für die Dauer der Bauarbeiten in Ersatzwohnungen untergebracht. Die grösstenteils 1-Zimmerwohnungen sollen nach der Renovation zwar günstig bleiben, mit einer Mietzinserhöhung müssen die Bewohner jedoch rechnen.

lcv/sda