2017-10-11 14:46

Mit dieser App macht das iPhone der Spiegelreflex Konkurrenz

Dank der Doppelkamera gelingen mit dem iPhone 7 Plus und 8 Plus sehr gute Fotos. Die App eines dänischen Entwicklers geht noch einen Schritt weiter.

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Erst hat die Digitalisierung den Fotofilm weitestgehend ersetzt. Nun ist sie mithilfe von immer intelligenterer Software daran, Objektive überflüssig zu machen. Jahr für Jahr werden die Ergebnisse besser. Perfekt sind sie freilich noch lange nicht. Aber beeindruckend alleweil.

Das letzte Beispiel in dieser Reihe ist die L16, eine Kamera, die eigentlich aus 16 Mini-Kameras besteht. Per Software werden die Aufnahmen anschliessend zu einem Foto kombiniert. Ganz reibungslos funktioniert die Kamera zwar noch nicht, wie dieser Test des «Wallstreet Journals» zeigt. Aber, dass die Idee Potenzial hat, lässt sich nicht abstreiten.

Mit 16 Mini-Kameras können heutige Smartphones natürlich nicht mithalten. Wenns hochkommt, haben sie gerade mal deren zwei. Doch auch damit wird immer mehr möglich. Mehr aus Jux habe ich darum kürzlich die Fotos des iPhone 8 Plus mit denen meiner Vollformatkamera verglichen.

Fokus und Blende nachträglich anpassen

Bei der anschliessenden Diskussion auf Twitter meldete sich ein dänischer Entwickler, der zuvor unter anderem an Be My Eyesgearbeitet hat.

Er arbeitet aktuell an einer App namens Slor (3 Franken im Appstore), die es erlaubt, bei Aufnahmen mit der Doppelkamera des iPhones nachträglich den Fokus oder die simulierte Blendenöffnung zu verstellen.

Wie das genau funktioniert und aussieht, zeigt dieses Video:

Hersteller wie Samsung oder Huawei bieten diese Funktion bereits in ihren Kamera- oder Gallerie-Apps. Doch mit Slor lassen sich noch weitere Parameter wie die Bokeh-Qualität (also die Art, wie der Hintergrund digital unscharf gesetzt wird) verstellen.

Fazit: Wer ein iPhone 7 Plus oder ein iPhone 8 Plus hat und gerne mit der Doppelkamera experimentiert und wissen möchte, was aktuell möglich und was noch unmöglich ist, bekommt mit Slor ein lustiges Spielzeug und vielleicht sogar ein nützliches Fotografie-Tool. Aber verkaufe ich deshalb meine Vollformatkamera? Natürlich nicht! Ganz im Gegenteil. Ich warte weiterhin ungeduldig auf eine bezahlbare Variante der A9.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet