2017-07-27 04:36

iPhone-Produzent baut in den USA – dank Trump?

Dass das taiwanesische Unternehmen Foxconn in den USA bis zu 13'000 Jobs schaffen will, habe direkt mit seiner Präsidentschaft zu tun, behauptet Donald Trump.

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Das taiwanesische Elektronik-Unternehmen Foxconn plant Grosses in Wisconsin: Bis zu 13'000 Jobs sollen dort in einer neuen Fabrik entstehen. US-Präsident Trump lobt die Investition – und kennt auch den Grund der Zuversicht Foxconns in die US-Wirtschaft.

Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump haben die Pläne des taiwanesischen Elektronik-Auftragsfertigers Foxconn, eine neue Fabrik im US-Staat Wisconsin zu bauen, direkt mit seiner Präsidentschaft zu tun. «Wenn ich nicht gewählt worden wäre, würde er definitiv keine 10 Milliarden Dollar ausgeben», sagte Trump am Mittwoch über Foxconn-Chef Terry Gou. «Wir werden einige sehr, sehr herrliche Jahrzehnte haben.» Dies sei ein grossartiger Tag für alle, die an die Marke «Made in the USA» glaubten, so Trump.

Wisconsin verspricht drei Milliarden

Foxconn ist hauptsächlich dafür bekannt, für den US-Technikriesen Apple iPhones in China zusammenzubauen. Das Unternehmen hatte angekündigt, in Wisconsin eine neue Fabrik zu errichten, in der LCD-Bildschirme angefertigt werden sollen. In der Fabrik sollen zu Beginn rund 3000 Arbeitsstellen entstehen, später könnten es bis zu 13'000 werden. Die Fabrik soll 2020 eröffnet werden. Dass Foxconn eine Produktionsstätte in den USA errichten möchte, ist bereits länger bekannt.

Der US-Staat Wisconsin hatte dem Elektronik-Riesen zudem finanzielle Anreize gegeben: Drei Milliarden Dollar an staatlicher Hilfe ausgezahlt über 15 Jahre – sollte Foxconn 13'000 Arbeitsplätze schaffen und den Angestellten ein durchschnittliches Jahresgehalt von 54'000 Dollar zahlen. Wisconsin erholt sich derzeit noch von der Schliessung einer General-Motors-Fabrik. Insgesamt hatten sich sieben US-Staaten um den Zuschlag für die Produktionsstätte beworben.

Kushner führte Verhandlungen

Im Weissen Haus waren die Verhandlungen zur Foxconn-Fabrik hauptsächlich von Trump-Berater und Schwiegersohn Jared Kushner geführt worden. Auch Trump traf sich selbst mit Foxconn-Chef Gou, der Trump am Mittwoch bei der Verkündung des Deals beglückwünschte und mit Blick auf das US-Wappentier, den Weisskopfseeadler, sagte: «Herr Präsident, der Adler fliegt.»

Kritiker bemängelten, dass Foxconn bereits früher Versprechen gegenüber den USA gemacht und diese nicht eingehalten habe. 2013 kündigte die Technikfirma an, 30 Millionen Dollar in eine Fabrik in Pennsylvania zu investieren und 500 Arbeiter einzustellen – was aber nie umgesetzt wurde.

chk/AP