ABO+2019-08-06 23:39

«Die Region ist ein Pulverfass»

Neben dem Vesuv schlummert ein Supervulkan. Seismologen haben eine neue Methode gefunden, die Gefahr zu überwachen.

Supervulkan Campi Flegrei: Die «brennenden Felder» nahe Neapel sind zur Touristenattraktion geworden. Foto: Keystone

Supervulkan Campi Flegrei: Die «brennenden Felder» nahe Neapel sind zur Touristenattraktion geworden. Foto: Keystone

  • Angelika Jung-Hüttl

«Die Region ist ein Pulverfass», sagt Luca De Siena. Damit meint der bei Neapel geborene Geophysiker nicht den berühmtesten Vulkan Italiens, den Vesuv. Er spricht über das dicht besiedelte Gebiet direkt westlich davon – die Campi Flegrei, übersetzt die «brennenden Felder». Mit 150 Quadratkilometern ist deren Fläche etwa so gross wie Liechtenstein. Im Untergrund steckt ein Vulkansystem, das in der Erdgeschichte mehrmals explodiert ist – viel heftiger als der Vesuv.

In einer Ende 2018 in «Science Advances» veröffentlichten Studie berichten unter anderem Vulkanologen von der ETH Zürich, dass sich die Phlegräischen Felder am Anfang eines neuen Eruptionszyklus befinden. In ferner Zukunft könnte dieser in einer weiteren gewaltigen Eruption kulminieren. Die Wissenschaftler kamen zu dieser Schlussfolgerung, indem sie die 60 000-jährige Geschichte des Vulkans aufrollten. ­Dabei wurde eine Art Rhythmus in den Eruptionen der Phlegräischen Felder sichtbar. Hinweise auf den Beginn des neuen Zyklus lieferte den Forschern ­Gestein, das von 23 früheren Vulkanausbrüchen der Phlegräischen Felder stammt. So lernten die Vulkanologen, wie sich die Chemie des Magmas im Lauf der Zeit verändert hat. Die Forscher nutzten auch ­Computermodelle, um die Vorgänge im Innern des Vulkans seit der letzten grossen Eruption vor 15 000 Jahren zu simulieren. Es gibt ­allerdings keine Anzeichen dafür, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht. Da der Vulkan einer der am besten untersuchten der Welt ist, dürften Wissenschaftler jegliche Warnsignale sogleich erkennen. (jol)
In einer Ende 2018 in «Science Advances» veröffentlichten Studie berichten unter anderem Vulkanologen von der ETH Zürich, dass sich die Phlegräischen Felder am Anfang eines neuen Eruptionszyklus befinden. In ferner Zukunft könnte dieser in einer weiteren gewaltigen Eruption kulminieren. Die Wissenschaftler kamen zu dieser Schlussfolgerung, indem sie die 60 000-jährige Geschichte des Vulkans aufrollten. ­Dabei wurde eine Art Rhythmus in den Eruptionen der Phlegräischen Felder sichtbar. Hinweise auf den Beginn des neuen Zyklus lieferte den Forschern ­Gestein, das von 23 früheren Vulkanausbrüchen der Phlegräischen Felder stammt. So lernten die Vulkanologen, wie sich die Chemie des Magmas im Lauf der Zeit verändert hat. Die Forscher nutzten auch ­Computermodelle, um die Vorgänge im Innern des Vulkans seit der letzten grossen Eruption vor 15 000 Jahren zu simulieren. Es gibt ­allerdings keine Anzeichen dafür, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht. Da der Vulkan einer der am besten untersuchten der Welt ist, dürften Wissenschaftler jegliche Warnsignale sogleich erkennen. (jol)