2016-08-08 20:07

Fall Boppelsen: BMW und Lastwagen als Mordmotiv

Grund für den ersten Mord im Fall Boppelsen soll ein gestohlener BMW gewesen sein. Dies sagt der Vater eines der vier Verhafteten.

Bei diesem Stöckli in Utzigen bei Bern soll ein 25-jähriger Mann vergraben worden sein. (Bild: Stefan Hohler)

Bei diesem Stöckli in Utzigen bei Bern soll ein 25-jähriger Mann vergraben worden sein. (Bild: Stefan Hohler)

Zwei Tote und vier Verhaftete: In den mysteriösen Mordfällen Boppelsen ZH und Utzigen BE ging es beide Male um gestohlene Autos. In Boppelsen um einen roten Volvo-Lastwagen, in Utzigen bei Bern um einen weissen BMW. Und in beiden Fällen soll der 26-jährige Transportunternehmer Thomas K. aus Utzigen involviert sein.

Er befindet sich in Untersuchungshaft, ebenso seine gleichaltrige Ehefrau. Zudem sind noch zwei weitere Männer festgenommen worden: Der 25-jährige Ch.K. (nicht verwandt mit Thomas K.) aus dem Kanton Bern und ein 33-Jähriger aus dem Kanton Solothurn.

Lastwagen im Schwarzwald verkaufen wollen

Nun spricht der Vater von Ch.K. Sein Sohn sei unschuldig; er habe ein Alibi. Er habe mit Thomas K. am 1. April 2016 eine Transportfirma gegründet, die jedoch noch nicht ihren Betrieb aufgenommen hatte. Sein Sohn befindet sich seit dem 9. Juni in Haft. Er wurde an seinem Wohnort im Berner Oberland festgenommen.

Thomas K. und der Mann aus dem Kanton Solothurn seien schon am 6. Juni im Schwarzwald in Deutschland verhaftet worden. Sie werden beschuldigt, am 3. Juni einen Lastwagenbesitzer auf einer Probefahrt in Boppelsen getötet zu haben. Sie sollen ihn erschlagen haben. Die Leiche wurde am nächsten Tag von einer Velofahrerin aufgefunden.

Nach der Tat versuchten die beiden Männer den Lastwagen einem Interessenten im Schwarzwald zu verkaufen. Der Fall flog aber auf. Die deutsche Polizei verhaftete auf Ersuchen der Kantonspolizei Zürich hin die beiden Männer. Die Ehefrau vom Thomas K. wurde rund eine Woche später in Utzigen festgenommen. Ihre beiden Kleinkinder sind seitdem in Obhut der Berner Kindesschutzbehörden.

Todesopfer soll Hanfhandel betrieben haben

Neben dem getöteten Lastwagenbesitzer ist noch ein weiteres Tötungsopfer zu verzeichnen. Es handelt sich um einen 25-Jährigen mit Wohnsitz in der Schweiz, der seit Ende April vermisst wird. Wie der Vater von Ch.K. sagt, habe das spätere Todesopfer dem Transportunternehmer Thomas K. Geld geschuldet. Das Opfer sei im Hanfhandel im grossen Stil involviert gewesen sein. Es habe sich um einen Ausländer gehandelt.

Thomas K. habe mit Gewalt – die Rede ist von einer Pistole – dem Mann seinen weissen BMW entwendet und ihn später in Deutschland verkauft. Den BMW habe er bei ihm und seinem Sohn am gemeinsamen Wohnort im Berner Oberland vorübergehend versteckt.

Der Vater ist überzeugt, dass Thomas K. den 25-jährigen Geldschuldner erschossen und die Leiche neben seinem Stöckli in Utzigen vergraben habe. Denn als Thomas K. den BMW bei ihm und seinem Sohn im Berner Oberland abgeholt habe, habe er gesagt, dass er noch «Umgebungsarbeiten» verrichten musste. Damit sei wohl das Vergraben der Leiche gemeint gewesen, sagt der Vater. Dass bei diesem Delikt eine Fahrzeugentwendung eine Rolle gespielt hat, hatte auch die Zürcher Staatsanwaltschaft Anfang August bestätigt.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet