2017-04-28 07:49

Die Kunst der Beatles

Die Fab Four machten nicht nur Musik, sondern auch Kunst.

Ringo Starr als Freiheitskämpfer

Ringo Starr als Freiheitskämpfer

(Bild: Ringo Starr/Galerie Jedlitschka)

  • Deborah Keller

Fast alles, was die Beatles machten, ist legendär: Songs wie «All You Need Is Love» und «Let It Be» verleiten bis heute zum Mitsingen; ihr Outfit hat wesentlich zu einer ganzen Generation von Pilzköpfen in Schlaghosen beigetragen. Und wer sonst hat je mit einem Gang über den Zebrastreifen Kultstatus erreicht?

Dass drei der «Fab Four» auch bildende Künstler waren (bzw. sind), ist jedoch wenig bekannt. Zum einen, weil Paul McCartney und Ringo Starr ihre Kunst lange für Privatsache hielten. Zum andern, weil die Schweiz bisher keinen Markt für sogenannte Celebrity-Art kennt. Galerist Martin Jedlitschka will das nun ändern – und zeigt Lithografien von McCartney, Starr und dem früh verstorbenen John Lennon, der übrigens vor seiner Musikerkarriere drei Jahre Kunst studierte. Möglich wird die Schau dank einer Kooperation mit dem House of Rock in Basel, das neben Arbeiten der Beatles auch Werke von Bob Dylan oder Keith Richards zum Kauf anbietet.

Auch wenn die Kunst der Beatles nicht ganz so grandios ist wie ihre Musik, lohnt sich ein Blick auf McCartneys zart-farbige expressionistische Bilder und Starrs am Computer generierte Pop-Art. Und Lennon zeigt sich als gekonnter Zeichner mit schnellem Strich, der auch viel Privates einfängt. Ein Highlight der Präsentation ist eine Mappe mit teils erotischen Motiven, die Lennon für Yoko Ono geschaffen hat – eine Mappe, die es vollständig sonst nur im New Yorker Moma zu sehen gibt. Ergänzt wird das alles durch Originalbriefe und handgeschriebene Songtexte sowie durch ein signiertes Schlagzeug von Ringo Starr.

Galerie Jedlitschka, Seefeldstrasse 52 Vernissage: Do 17–20 Uhr. Bis 10.6. Di–Fr 11–18 Uhr / Sa 11–14 Uhr Livekonzert mit Beatles-Bildern u. -Geschichten: 11.5., 18 Uhr

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