2014-01-21 10:27

Japanische Fischer fangen Albino-Delfinbaby

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In einer Bucht an der Westküste Japans haben Fischer rund 250 Delfine zusammengetrieben. Der grösste Teil landet auf dem Teller, einige Exemplare in Aquarien – darunter ein besonderes seltenes Jungtier.

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In dem japanischen Walfangort Taiji hat am Dienstag das Töten von rund 200 Delfinen begonnen. Das Abschlachten in einer kleinen Bucht habe am frühen Morgen begonnen, berichteten Aktivisten der Tierschutzorganisation Sea Shepherd, die das Treiben vor Ort verfolgen.

Die Delfine waren zuvor in die Bucht getrieben worden, die durch den Oscar-gekrönten Dokumentarfilm «Die Bucht» des US-Tauchers und Unterwasser-Fotografen Louie Psihoyos über das Gemetzel zu trauriger Berühmtheit gelangte. Mehr als 50 Delfine, darunter auch ein Albino-Baby, seien zum Verkauf an Delfinarien ausgesondert worden. Der Rest wird getötet.

Die Fischer haben in der Bucht einen Vorhang eingerichtet, damit die Tötung der Delfine nicht fotografiert werden kann. (Video: Reuters)

US-Botschafterin kritisch

Japan hat die umstrittene Jagd auf Delfine vor der Westküste des Landes gegen US-Kritik verteidigt. Das Fangen der Säugetiere erfolge gemäss dem Gesetz, sagte Kabinettssekretär Yoshihide Suga am Montag in Tokio. «Der Delfin-Fang ist eine Form des traditionellen Fischfangs in unserem Land». Er reagierte damit auf eine Frage zu einem Kommentar von US-Botschafterin Caroline Kennedy, die sich kritisch über die Praxis geäussert hatte.

Sie sei «zutiefst beunruhigt» über die «Unmenschlichkeit» des Tötens von Delfinen nach dem Prinzip der Treibjagd, schrieb Kennedy am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter. Die US-Regierung sei gegen diese Form von Fischfang. Bei der Treibjagd werden Delfine in einer Bucht zusammengetrieben, wo sie gefangen und später getötet werden.

Die Delfinjagd im Fischerdorf Taiji im Westen von Japan ist international kritisiert worden. Sie war auch Thema der Oscar prämierten Dokumentation «Die Bucht» aus dem Jahr 2009.

mw/sda