2019-08-28 06:32

«Mache der Mannschaft keinen Vorwurf»

Die Young Boys sind nach dem Out in Belgrad geknickt. Das zeigen die Reaktionen der Beteiligten. Für Sportchef Spycher steht das Finanzielle nicht im Vordergrund.

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  • Moritz Marthaler

  • Belgrad

Die ersten Böller liessen nicht lange auf sich warten, in dieser lauen Belgrader Nacht. Und für die Young Boys war Knall auf Fall alles vorbei. So nah waren sie dran gewesen an der Champions League, ein Tor in der Schlussphase bei Roter Stern, dieses 2:1, hätte ihnen gereicht. Gefallen ist es nicht, stattdessen 1:1, zweimal Unentschieden gegen die Serben, Europa statt Champions League.

Die Highlights vom 1:1 in Belgrad im Video. (Video: Teleclub)

«Wir sind enttäuscht, klar», sagte Sportchef Christoph Spycher, einer der ersten, die nach dem Ausscheiden redeten. «Aber leistungsmässig mache ich dieser Mannschaft keinen Vorwurf.» Zweimal sei YB dem Gegner «mindestens ebenbürtig» gewesen, zweimal aber reichte halt eine gute Halbzeit auch nicht zu einem Sieg. YB verpasst jetzt Einnahmen von bis zu 30 Millionen Franken, bis zu 10 Millionen könnten es in der Europa League sein. «Das Finanzielle steht jetzt nicht im Vordergrund», sagte Spycher, «ich hätte es einfach den Spielern so sehr gegönnt.»

Die guten Dinge aus den Spielen mitnehmen

YB-Trainer Gerardo Seoane überraschte mit seiner Aufstellung. Hinten verteidigte eine Dreierkette, mit dem jungen, im Hinspiel bereits anfälligen Cédric Zesiger und dem neuen Dänen Frederik Sörensen. «Das ist sehr schade», sagte Sörensen, «denn wir hatten den Gegner lange unter Kontrolle.» Und Goalie David von Ballmoos, der beim YB-Freistoss in der Nachspielzeit Schütze Miralem Sulejmani persönlich motivierte, meinte: «Vielleicht können wir mit Distanz die guten Dinge an den zwei Spielen sehen. Aber jetzt gerade ist das schon sehr bitter.»

«Das war eine grosse Chance für den Club», sagte Vincent Sierro, der keine gute Partie zeigte. Auch er musste das Feld für die YB-Schlussoffensive räumen. Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani kamen. Aber am Ende gingen die Böller fürs Heimteam hoch.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet