2019-09-21 00:35

Federer bittet Kyrgios zum Spektakel-Match

Nach dem Sieg im Doppel mit Zverev zum Abschluss von Tag 1 des Laver-Cups wartet am Samstag der unberechenbare Australier auf den Schweizer.

  • loading indicator

Sie bekamen ihn dann doch noch, ihren Helden. Und Roger Federer lieferte bei seinem ersten Auftritt vor dem frenetischen Genfer Publikum an der Seite von Alexander Zverev. Der Baselbieter und der Hamburger schlugen am Freitagabend im abschliessenden Doppel Denis Shapovalov/Jack Sock 6:3, 7:5, weil sie gnadenlos effizient und nervenstark waren.

Federer/Zverev mussten den Gegnern bei 16 Breakbällen nur ein Break zugestehen und wehrten im zweiten Durchgang sechs Satzbälle ab, während sie drei ihrer vier Möglichkeiten zu Servicedurchbrüchen nutzten. «Ich hatte eben zwei gute Coaches, einen auf dem Court und einen an der Seitenlinie. Ich konnte mein Hirn ausschalten, weil die beiden mir genau sagten, was ich bei jedem Punkt zu tun hatte», scherzte Zverev in Richtung Federer und Nadal, als er auf die vereitelten Chancen angesprochen wurde.

Dass das Team World nicht ohne Punkte dasteht, verdankt es Jack Sock. der US-Amerikaner, der 2019 wegen einer Daumenverletzung kaum gespielt hat und nur noch die Nummer 210 der Welt ist, hatte unerwartet Fabio Fognini bezwungen. Das 6:1, 7:6 war sein erster Sieg in diesem Jahr. «Es sind bestimmt alle überrascht, dass ich gewonnen habe», sagte Sock, «aber aus irgendeinem Grund scheinen am Laver-Cup alle ihr bestes Tennis abzurufen.»

Irgendwie typisch war, dass die engen Partien an die Europäer gingen. Shapovalov hatte den Tag mit einem 4:6, 7:5, 11:13 gegen Dominic Thiem eröffnet und auf dem Weg zur Niederlage drei Matchbälle vergeben. Es war ein Déjà-vu der bitteren Art für die Herausforderer, die die ersten beiden Austragungen des Laver-Cups äusserst unglücklich verloren hatten. Auch Taylor Fritz schien gegen Stefanos Tsitsipas auf dem Weg zu einer Überraschung, ehe er im Match-Tiebreak 7:10 unterlag.

«Wenn er bei 100 Prozent ist, wird es hart»

So starten die Aussenseiter mit einer kleinen Hypothek in den Samstag, an dem jeder Sieg zwei Punkte abwirft – und der eine Menge Spektakel verspricht. Die Europäer hatten für den zweiten Tag das Recht, nach ihren Gegnern aufzustellen und entschieden sich dafür, Federer gegen Nick Kyrgios antreten zu lassen. So kommt es in der zweiten Partie am Nachmittag (ca. 14.30 Uhr) zum Duell mit dem unberechenbaren Spektakelmacher aus Australien. «Ich gehe voller Selbstvertrauen in diesen Match», sagte Federer. «Wenn er nicht bei 100 Prozent ist, werde ich da sein. Wenn er bei 100 Prozent ist, wird es hart. Denn in diesem Wettbewerb ist er noch ein bisschen stärker.»

Die beiden trafen schon 2017 und 2018 am Laver-Cup aufeinander, Federer behielt jeweils die Oberhand. Im Head-to-Head führt er 5:1.

Zu seiner Premiere in Genf kommt auch Nadal. Der Mallorquiner wird in der Abendsession gleich zweimal hintereinander spielen, zuerst im Einzel gegen Milos Raonic, dann im Doppel mit Tsitsipas gegen Kyrgios/Sock.

Genf. Laver Cup. Erster Spieltag (1 Punkt pro Sieg): Team Europa - Team World 3:1 (Zwischenstand nach dem 1. Tag). - Dominic Thiem (AUT) s. Denis Shapovalov (CAN) 6:4, 5:7, 13:11. Fabio Fognini (ITA) u. Jack Sock (USA) 1:6, 6:7 (3:7). Stefanos Tsitsipas (GRE) s. Taylor Fritz (USA) 6:2, 1:6, 10:7. Roger Federer/Alexander Zverev (SUI/GER) s. Denis Shapovalov/Jack Sock (CAN/USA) 6:3, 7:5.

kai