2014-05-13 20:47

Neues Ranking der weltbesten Unis

Die EU hat ein neues internationales Hochschulranking lanciert, das eine «sehr viel breitere Kriterienpalette» umfasst als bisherige Ranglisten. Auch zehn Schweizer Unis werden beurteilt.

Über 850 Hochschulen in 70 Ländern untersucht: Studenten an der University of California in Berkeley. (12. Mai 2014)

Über 850 Hochschulen in 70 Ländern untersucht: Studenten an der University of California in Berkeley. (12. Mai 2014)

(Bild: Reuters)

Studierenden und Forschenden steht neu ein internationales Hochschulranking zu Verfügung, das nach individuellen Bedürfnissen abgefragt werden kann. In dieser neu lancierten Online-Plattform mit dem Namen «U-Multirank» werden laut Communiqué der EU-Kommission «über 850 Hochschuleinrichtungen» aus über 70 Ländern beurteilt.

Aus der Schweiz sind die Universitäten Basel, Bern, Zürich, St.Gallen, Lausanne und Genf, die ETH Zürich und Lausanne (EPFL) sowie die Fachhochschulen der Westschweiz und der Nordwestschweiz in der Datenbank gespeichert.

EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou sagte dazu: «U-Multirank liefert Studierenden eine bessere Informationsgrundlage für die Wahl der Hochschule und gibt uns ein zuverlässiges Bild von der Leistung der Einrichtung.» Dank der neuen Plattform wird vermieden, dass Einrichtungen «sehr unterschiedlicher Art» miteinander verglichen werden.

In der Datenbank seien viele leistungsstarke Hochschulen zu finden, die in den globalen Rankings nicht auftauchen. «Über 300 sind bisher in keinem internationalen Ranking aufgeführt worden», sagte die EU-Kommissarin weiter.

Interessenbezogene Ranglisten

Denn während traditionelle, internationale Rankings den Schwerpunkt oft auf Spitzenforschung gelegt haben, dabei aber andere Faktoren vernachlässigten, stütze sich «U-Multirank» auf eine «sehr viel breitere Kriterienpalette», hiess es in der Medienmitteilung. Die Hauptkriterien sind Forschungsleistung, Qualität von Lehre und Lernumfeld, internationale Ausrichtung, Abschneiden beim Wissenstransfer sowie regionale Einbindung.

Gemäss den Schöpfern von «U-Multirank» ist das Neue an dieser Plattform, dass der Nutzer die Art der Hochschulen wie auch die für ihn wichtigen Kriterien selber zusammenstellen kann.

Ist für einen künftigen Betriebswirtschafts-Studenten etwa internationales Umfeld, Anzahl der Publikation von Forschungsergebnissen und Kontakt zu den Lehrenden wichtig, kann er entsprechende Hochschulen nach diesen Kriterien beurteilen lassen. Die Beurteilung wird durch Buchstaben (von A=sehr gut bis E=schwach) oder mit grösseren oder kleineren Punkten (je grösser desto besser) angegeben.

Meisten Universitäten haben Stärken

62 Prozent der verglichenen Hochschulen sind aus Europa, 17 Prozent aus Nordamerika, 14 Prozent aus Asien und 7 Prozent aus dem Rest der Welt.

Dank «U-Multirank» stellte sich heraus, dass 43 Prozent der in der Datenbank gespeicherten Institutionen 1 bis 5 A-Bewertungen aufweisen. Die gleiche Prozentzahl gilt für Einrichtungen mit 5 bis 10 A-Qualitätspunkten.

10 Prozent wurden mit 11 bis 15 A-Punkten und 2 Prozent mit 16 bis 22 ausgezeichnet. Laut EU-Kommission zeigen die Zahlen, dass die meisten Bildungsinstitutionen in irgend einem Bereich stark sind.

Aktuell sind die akademischen Disziplinen, die in der Datenbank verglichen werden können, Betriebswirtschaft, Elektrotechnik, Maschinenbau und Physik in der Datenbank vertreten. 2015 soll diese mit den Disziplinen Psychologie, Informatik und Medizin erweitert werden.

«U-Multirank» wurde von einem Konsortium zusammen gestellt, das vom deutschen Centrum für Hochschulentwicklung und dem niederländischen Center for Higher Education Policy Studies, geführt wird. Die EU förderte das Vorhaben mit zwei Millionen Euro für die Jahre 2013-2015. Die Daten stammen von den Universitäten selber, von öffentlichen Quellen und von Studentenbefragungen.

rub/sda